Nachwuchs begeistern – Zukunft sichern!

Zwei Drittel der niedergelassenen Ärzte sind 50 Jahre oder älter. Mehr als 25% von ihnen sind schon über 60 Jahre alt und gehen damit auf die Rente zu.

Das durchschnittliche Alter, in dem Ärzte sich mit einer eigenen Praxis niederlassen, liegt laut Apobank bei 42,2 Jahren. Als Gründe sind diesbezüglich zu nennen: Das Studium dauert in der Regel rund 6 Jahre und angehende Mediziner müssen zunächst die Facharztausbildung abschließen. Zudem werden häufig zusätzliche Stationen wie zum Beispiel ein freiwilliges soziales Jahr, Auslandsaufenthalte oder die Promotion absolviert.

Der Trend geht dahin, sich später niederzulassen. Das ist solange kein großes Problem, wie es ausreichend junge Leute gibt, die nachrücken, wenn ihre älteren Kollegen in Rente gehen wollen – ambitionierte Existenzgründer, die das Risiko nicht scheuen und Arztpraxen übernehmen.

Bleiben diese aus, kann die Situation aber auch sehr schnell kippen: Kommen Uniabsolventen zu dem Schluss, dass das Angestelltendasein attraktiver ist als die Selbstständigkeit, fehlen plötzlich viele niedergelassene Ärzte. Industrie, Universitäten, Kliniken und MVZ locken mit flexiblen Arbeitszeiten, Teilzeitmöglichkeiten und sogar Sicherheit oder mehr Geld.

Das führt nicht nur im Bereich der Versorgung zu Problemen, sondern stellt auch die Heilberufler vor großen Herausforderungen, die ihre Rente vom Verkauf ihrer Praxis finanzieren wollten. Genügend Nachwuchs gibt es prinzipiell, die Altersstruktur bei Humanmediziner sieht im Großen und Ganzen nicht allzu schlecht aus. Die Herausforderung wird sein, die jungen Leute für ein Leben als Selbstständige zu begeistern.

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